10 Jahre Hearonymus - die Erfolgsgeschichte geht weiter
Im Jahr 2012 hatten Peter und Claudia Grundmann die Idee, Audioguides auf das Smartphone zu bringen. Heute befinden sich mehr als 1.000 professionelle Audioguides aus Tourismus und Kultur auf der Hearonymus-Plattform und mehr als 225.000 User haben die App auf ihren Smartphones installiert. Wir wollen anlässlich des Jubiläums einem der Hearonymus-Gründer, Peter Grundmann, ein paar Fragen stellen:

Wir gratulieren herzlich zum Jubiläum und zu den beeindruckenden Zahlen. Was sagen Sie, als Vater von Hearonymus, zu der Entwicklung?
Danke für die Glückwünsche, wir freuen uns natürlich sehr! Wir sind allerdings auch ein wenig überrascht worden, dass aus einer kleinen, eigentlich naheliegenden Idee, die weltweit führende Plattform für professionelle Audioguides geworden ist.
Wir sind offenbar seit der Gründung an einigen Weggabelungen richtig abgebogen. Natürlich gehört auch eine Menge Glück dazu, wie bei den meisten Erfolgsgeschichten. Vielleicht haben sich auch die Feen über die Wiege von Hearonymus gebeugt. (schmunzelt)
Wie kam es zur Idee einer Audioguide-Plattform?
Ich weiß noch genau, als ich mit meiner Frau in der Secession vor Klimts Beethovenfries gestanden bin und mich über diese alten, unhygienischen Audioguides geärgert habe. Diese Geräte waren klebrig wie Kinderhände im Eissalon. Das war einer der Auslöser für die Idee, dass es doch schön wäre, Audioguides über das eigene Smartphone hören zu können. Überall, jederzeit, hygienisch und mit perfektem Klang.
Die anschließende Recherche hat gezeigt, dass es zwar bereits viele Lösungen in diese Richtung gab, aber leider für jeden Audioguide eine eigene App programmiert wurde. Das ist nicht nur aufwändig in der Erstellung, sondern auch lästig, da niemand Lust hat, sich zig Apps herunterzuladen.
Also beschlossen wir, eine Plattform-App mit einem standardisierten Guide zu entwickeln. Das ist der günstigste Weg für Kultur und Tourismus auf das Smartphone zu kommen.
Wie sind Sie auf den Namen “Hearonymus” gekommen?
Die Namensfindung für ein neues Unternehmen oder neues Produkt zählt zu den schwierigeren Prozessen, wenn man es gut machen will. Man sollte viele Aspekte berücksichtigen. Ich gehe nur auf ein paar davon ein. Zunächst sollte es ein sprechender Name sein, also der Firmenname soll bereits einen Hinweis darauf geben, was wir tun. Außerdem sollte der Name in jeder Sprache verstanden werden, weshalb sich ein englisches Wortspiel angeboten hat. Mit “Hör_mal”” oder “Ohrgasmus” hätte man uns bereits in Italien nicht mehr verstanden. Nach mehreren Wochen ist uns irgendwann HEARonymus eingefallen und da wussten wir, das ist es.
Was waren die Highlights der letzten zehn Jahre?
Meine erste Präsentation fand im Leopold Museum statt. Die Zuhörer waren beeindruckt von Hearonymus und wollten auf jeden Fall auf der Plattform dabei sein. Das Leopold Museum wurde also unser erster Kunde und ist bis heute ein treuer Gefährte, mit Guides nicht nur zur Dauerausstellung sondern auch zu zahlreichen Sonderausstellungen. Das Leopold Museum hat einen ganz besonderen Stellenwert bei Hearonymus. Das ist wie mit der ersten Liebe, die vergisst man nicht und die wird immer etwas Besonderes bleiben.
Ein weiteres Highlight war für mich persönlich eine Präsentation anlässlich des 65. Geburtstages vom inzwischen verstorbenen Karikaturisten Manfred Deix. Bei der Feier im Karikaturmuseum in Krems waren zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus Kultur, Medien und Politik vertreten. Dort Hearonymus vorstellen zu dürfen, war spannend und offenbar gelang es, auch Gottfried Helnweins Aufmerksamkeit zu wecken.
Verraten Sie uns auch etwas über den privaten Peter Grundmann?
Aber ja, gerne. Ich bin im Waldviertel, in Niederösterreich, geboren und aufgewachsen. Es war eine aufregende Kindheit auf dem Land, in einer Großfamilie mit meiner italienischen Urgroßmutter, den Großeltern, drei Geschwistern, Onkeln, Tanten, Cousins… da war immer sehr viel los. Vielleicht bin ich deshalb heute auch gerne mal allein.
Nach der Matura bin ich für das Studium nach Wien übersiedelt und hier lebe ich nun seit vierzig Jahren. Ich bin seit dreißig Jahren mit meiner Frau verheiratet und wir haben einen gemeinsamen Sohn. Seit unser Sohn seine eigene Wohnung hat, haben wir ein neues “Kind”, unsere Cocker Spaniel Dame Ella. Dank Ella müssen wir bei jedem Wetter in die freie Natur, was meine Frau und ich sehr mögen. Ella ist auch im Büro immer anwesend und überwacht mit kritischem Auge die Entstehung der Audioguides.
Ich habe vor zwei Jahren meine Golf-Schläger durch einen Tennis-Schläger ersetzt, fahre begeistert mit meiner alten Vespa durch die Stadt und koche gern. Reisen und Kultur zählen klarerweise ebenfalls zu meinen Interessen, das ist allerdings eher nicht privat, weil ich das große Glück habe, beruflich Berlin, Venedig, München, Dresden oder Zürich besuchen zu können und dort die Sehenswürdigkeiten und Museen genießen kann.
Was dürfen wir in der Zukunft von Hearonymus erwarten?
Hearonymus wird auf jeden Fall weiter wachsen und bald in einigen zusätzlichen Ländern präsent sein. Ob wir das selbst machen oder mit Partnern, steht noch nicht ganz fest. Es gibt mehrere interessante Anfragen von möglichen Partnern. Wir werden sehen. Es bleibt auf jeden Fall spannend und kurzweilig.