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"HAGENBUND. Von der gemäßigten zur radikalen Moderne" im Leopold Museum

Das Leopold Museum zeigt in seiner Ausstellung HAGENBUND. Von der gemäßigten zur radikalen Moderne Werke der seinerzeit modernsten und radikalsten Wiener Künstlervereinigung. Von seinen gemäßigten modernistischen Anfängen bis hin zu seinen wegweisenden avantgardistischen Errungenschaften der 1920er- und 1930er-Jahre.

Anfang des 20. Jahrhunderts galt Wien als eines der blühendsten Kunstzentren weltweit. Doch hinter der schöngeistigen Fassade des Wiener Künstlerhaus, der ältesten Künstlervereinigung Österreichs, rumorte es gewaltig: Konservativismus, Innovationsfeindlichkeit und mangelnde Förderung junger Talente waren Gründe, warum Künstlerpersönlichkeiten der führenden österreichischen Künstlervereinigung abtrünnig wurden.

So kam es, dass sich nur drei Jahre nach der Gründung der Wiener Secession um Gustav Klimt, mit dem Hagenbund im Jahr 1900 eine weitere Gegenströmung zum konservativen Künstlerhaus formierte.

Der Hagenbund als ein Schauplatz junger Kunst

Neben der avantgardistischen Secession und dem traditionsverhafteten Künstlerhaus etablierte sich der Hagenbund vor allem als eine Plattform für junge, progressive und zeitgenössische Kunst. Revolutionäre junge Künstler wie Oskar Kokoschka, Anton Kolig und Egon Schiele finden als Gäste in den Ausstellungsflächen des Hagenbundes Platz, ihre Werke auszustellen. Ein Skandal, der den Hagenbund sogar sein (gemietetes) Ausstellungshaus kosten sollte.

Auch Künstlerinnen ist der Hagenbund offener und liberaler eingestellt als die Secession oder das Künstlerhaus. So konnten diese dem Bund in Form einer „außerordentlichen“ Mitgliedschaft beitreten, wenngleich auch ohne Stimmrecht.

Abbild einer wechselvollen Geschichte

Das Bestehen des Hagenbundes von 1900 bis 1938 und seine stilistische Entwicklung machen diesen zu einem Spiegelbild einer ausgesprochen bewegten Zeit. Innerhalb von nur vier Jahrzehnten erlebte man den Ausbruch des Ersten Weltkriegs, den Zerfall der Monarchie, die Ausrufung der ersten Republik und den austrofaschistischen Ständestaat, die Arbeiterbewegung, eine Wirtschaftskrise und am Ende die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. All diese historischen und gesellschaftlichen Umwälzungen fanden in den Arbeiten der Künstler des Hagenbundes ihren Ausdruck.

Konnte man zu Beginn den Werken der Künstler des Hagenbundes noch einen Hang zu idyllisch-neoromantisierender Stimmungsmalerei unterstellen, folgten diesem schon bald unterschiedliche progressive Strömungen. Impressionismus und Symbolismus, Expressionismus und Kubismus sowie sozialkritischer Realismus machten den Hagenbund als radikalste Gruppe“ gleichermaßen berühmt wie auch berüchtigt.

Ein einheitliches Stilwollen oder gar künstlerisches Manifest des Hagenbundes gab es nicht. In einem Katalogvorwort der 60. Hagenbundausstellung im Jahre 1930 heißt es:

… er will eine gemeinschaft der lebendig schaffenden sein … vertritt weniger eine richtung als eine gesinnung … seine gegenwart ist immer wieder zukunft, sein alter jugend, seine erinnerung ausblick!

Doch gerade diese weltoffene und zukunftsweisende Position sollte auch das Ende des Bundes bedeuten. Seine modernen Ansichten und seine große Zahl an jüdischen Kunstschaffenden standen im krassen Gegensatz zu den faschistischen Entwicklungen der Zeit. 1938 kam es schließlich zur Auflösung der Künstlervereinigung durch die Nationalsozialisten. Zahlreiche Mitglieder des Hagenbundes wurden vertrieben oder fanden in den Konzentrationslagern ihren Tod. Der progressive und innovative Geist des Hagenbundes wurde damit auf entsetzliche Weise ausradiert.

HAGENBUND. VON DER GEMÄSSIGTEN ZUR RADIKALEN MODERNE
16.09.2022 bis 06.02.2023

Leopold Museum | Museumsplatz 1, 1070 Wien
www.leopoldmuseum.org

Audioguide zur Ausstellung „Hagenbund – Von der gemäßigten zur radikalen Moderne“ im Leopold Museum am Smartphone

Auch mit dem Smartphone lässt sich die Ausstellung rund um den Hagenbund im Leopold Museum genießen: Zusammen mit der Hearonymus-App und dem Audioguide „Leopold Museum – Hagenbund“ wird das Smartphone zu einem interaktiven Guide für die Ausstellung. In 16 Kapiteln wird anhand von Werken wie Georg Jung, Karl Mediz oder Lilly Steiner die wechselhafte Entwicklung der radikalen Künstlergruppe präsentiert.

Mit ein paar Klicks sind die App und der Audioguide auf das Smartphone heruntergeladen. Der Guide kann unbegrenzt und ohne Internetverbindung gehört werden. Egal ob daheim oder direkt vor Ort. Dem Audioguide „Leopold Museum – Hagenbund“ kann überall gelauscht werden, so oft man möchte. Die Hearonymus-App ist kostenlos im App Store sowie im Google Play Store erhältlich.

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Leopold Museum – Hagenbund